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Das Gespenst des Totalitarismus

Das Gespenst des Totalitarismus

Es gab ja einmal Zeiten, als das Gespenst des Kommunismus in der bĂŒrgerlichen Welt Angst und Schrecken verbreitete. Mittlerweile ist es den herrschenden MĂ€chten aber gelungen, jeden Einspruch gegen ihre Herrschaft zum Totalitarismus zu erklĂ€ren, den Faschismus und Kommunismus gemeinsam hĂ€tten. So soll jede Opposition zu ihrer Gesellschaftsordnung als Geisteshaltung verwirrter Menschen angeprangert und im Keim erstickt werden.

Aufgrund der sich zuspitzenden WidersprĂŒche kapitalistischer Überakkumulationskrisen zieht diese Abschreckungsstrategie nicht mehr so recht. Das Einzige, was die von den herrschenden MĂ€chten Staat und Kapital ausgeschlossenen Massen zu Recht der "Entlarvung" des Totalitarismus entnehmen, ist die Affirmation der bestehenden VerhĂ€ltnisse. Weil das Totschlagargument des Totalitarismus ihre Herrschaft nicht mehr abzusichern hilft, werden die herrschenden Eliten derzeit ein wenig unruhig und greifen zu repressiven Maßnahmen, mit denen sie sich selbst den Vorwurf totalitaristischer HerrschaftsansprĂŒche einhandeln.

Dieses Buch beschĂ€ftigt sich aber vor allem mit den philosophischen Reflexionen solcher Debatten, in denen es sozusagen grundsĂ€tzlich darum geht, was Vernunft ist und leisten soll. Am Beispiel Kants wird ein Konzept von Vernunft prĂ€sentiert, das allerlei Anhaltspunkte bietet, um als Feind des Lebens, ja alles Lebendigen kritisiert zu werden. Welche verschiedenen Formen diese Kritik annimmt und inwiefern diese das Kind mit dem Bade ausschĂŒttet und zur Feier des Irrationalismus wird, ist unter anderem Gegenstand dieses Buches.

DafĂŒr wird die Vernunftkritik von Adorno und Horkheimer ebenso herangezogen wie jene von Georges Bataille, Nietzsche, Heidegger und Derrida. Besonders ausfĂŒhrlich beschĂ€ftigt sich diese Untersuchung mit Ayn Rands Kritik des Altruismus und ihrem Konzept des rationalen Egoismus. DarĂŒber hinaus soll gezeigt werden, wie die Konzepte der autoritĂ€ren Persönlichkeit und der totalitĂ€ren Vernunft als Ideologie neoliberaler imperialistischer Herrschaft eine von ihren Urhebern eher unerwartete Form angenommen haben.

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Das Gespenst des Totalitarismus—
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Es gab ja einmal Zeiten, als das Gespenst des Kommunismus in der bĂŒrgerlichen Welt Angst und Schrecken verbreitete. Mittlerweile ist es den herrschenden MĂ€chten aber gelungen, jeden Einspruch gegen ihre Herrschaft zum Totalitarismus zu erklĂ€ren, den Faschismus und Kommunismus gemeinsam hĂ€tten. So soll jede Opposition zu ihrer Gesellschaftsordnung als Geisteshaltung verwirrter Menschen angeprangert und im Keim erstickt werden.

Aufgrund der sich zuspitzenden WidersprĂŒche kapitalistischer Überakkumulationskrisen zieht diese Abschreckungsstrategie nicht mehr so recht. Das Einzige, was die von den herrschenden MĂ€chten Staat und Kapital ausgeschlossenen Massen zu Recht der "Entlarvung" des Totalitarismus entnehmen, ist die Affirmation der bestehenden VerhĂ€ltnisse. Weil das Totschlagargument des Totalitarismus ihre Herrschaft nicht mehr abzusichern hilft, werden die herrschenden Eliten derzeit ein wenig unruhig und greifen zu repressiven Maßnahmen, mit denen sie sich selbst den Vorwurf totalitaristischer HerrschaftsansprĂŒche einhandeln.

Dieses Buch beschĂ€ftigt sich aber vor allem mit den philosophischen Reflexionen solcher Debatten, in denen es sozusagen grundsĂ€tzlich darum geht, was Vernunft ist und leisten soll. Am Beispiel Kants wird ein Konzept von Vernunft prĂ€sentiert, das allerlei Anhaltspunkte bietet, um als Feind des Lebens, ja alles Lebendigen kritisiert zu werden. Welche verschiedenen Formen diese Kritik annimmt und inwiefern diese das Kind mit dem Bade ausschĂŒttet und zur Feier des Irrationalismus wird, ist unter anderem Gegenstand dieses Buches.

DafĂŒr wird die Vernunftkritik von Adorno und Horkheimer ebenso herangezogen wie jene von Georges Bataille, Nietzsche, Heidegger und Derrida. Besonders ausfĂŒhrlich beschĂ€ftigt sich diese Untersuchung mit Ayn Rands Kritik des Altruismus und ihrem Konzept des rationalen Egoismus. DarĂŒber hinaus soll gezeigt werden, wie die Konzepte der autoritĂ€ren Persönlichkeit und der totalitĂ€ren Vernunft als Ideologie neoliberaler imperialistischer Herrschaft eine von ihren Urhebern eher unerwartete Form angenommen haben.